Das Große Rauschen 1

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16:20
Drones, Geflüster und Summen erfüllen das Haus auf allen Korridoren. Die Türen im Gang des zweiten Stockwerks öffnen sich zu den Ausstellungen. Noch ist nicht alles ganz fertig und eben werden letzte technische Details justiert. »Das Große Rauschen. The Metamorphosis of Radio« ist kuratiert von Anna Fritz und feiert die Werke internationaler RadiokünstlerInnen, die mit dem Radio als Medium der Kommunikation und Teilhabe arbeiten.

18:00
Auf der Bühne unten: Probe von Dinah Bird mit dem Resonance Radio Orchestra, einer Performance mit dem Titel »Fifth Sketch for ascent and descent«, geschrieben von Ed Baxter, mit Dinah Bird, Adam Bushell, Peter Lanceley, Sarah Washington und Chris Weaver.

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18:50 Während ich dies in einer (inzwischen) dunklen Ecke des Gartens schreibe, steht ein Radio neben mir und überträgt die Aufnahmen des Konzerts des 1. Deutschen Stromorchesters von gestern auf dem Marktplatz. Radio zu teilen heißt auch, die Perspektive des Hörenden mit einzubinden… angereichert mit Unterhaltung zwischen Radio- und »normalen« Leuten, Kommentaren, weiteren Sounds und Gesprächen, die alle während der letzten 48 Stunden aufgenommen wurden. Hörend und schreibend dehnt sich die Zeit zu einem Kontinuum, das eher schon einem gefühlten halben Jahr an Erlebnis-Input entspricht…

Sally McIntyre zeigt ein Setting von Radios, Texten, Vinyls, Transmittern und Kassettenbändern.

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»The Hum« von Dinah Bird und Jean-Phillipe Renoult erfüllt einen ungewöhnlich blauen Raum.

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19:35
Knut Aufermann und Anna Friz eröffnen den Festivalabend in der Rathausstraße 3. Nachdem er bereits den ganzen Tag über an verschiedenen Orten der Stadt unterwegs war mit und ohne Eröffnungsreden, ist es ihm eine besondere Freude wieder im Herzen des Festivals angekommen zu sein.
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Das Publikum driftet in den Clubraum hinein und hinaus, zum Garten, zur Bar… und wieder zurück.

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Auf einer Gartenbank komme ich mit Jeff Kolar ins Gespräch, dem Gründer und künstlerischen Leiter von »Radius«, einer experimentellen Radiostation in Chicago, die seit 2010 besteht.  In der Ausstellung zeigt er die Arbeit »Baby Monitors«. Jeff ist fasziniert von »transmittierenden« Haushaltsgeräten im Alltag: Babytelefone, Autoalarmanlagen, billige Walkie-Talkies. Die Unterhaltung erweitert sich in Richtung geheime Kommunikation von Windspielen untereinander, rechnerischen Möglichkeiten des Vogelgesangs  und der Poetik zeitbasierter Radioprogrammplanung. Für sein Projekt Radius wird jeden Monat ein/e KünstlerIn eingeladen, eine Arbeit und die exakten Zeitpunkte ihrer Ausstrahlung während dieses Monats zu bestimmen. Der verbleidende akustische Raum on air verbleibt in: Stille.