Sufi Radio

fernando

7. Okt., Reflexionen über das Konzert am 5., geschrieben am 6., 19:50

Ein leicht unheimliches Gefühl stellt sich ein, wenn kleine Maschinen vor einem über den Boden ruckeln, dabei ein schleifendes Geräusch verursachen und irgendwie halb niedlich, halb boshaft wirken. Zwei kleine Lautsprecher, stumm, abgesehen von dem Klang, den sie auf ihren Kreisen auf dem Parkett erzeugen, bilden den Auftakt zur Performance von Rodrigo Ríos Zunino und Fernando Godoy am 5. Oktober im Radio Revolten Club, Halle.

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Im Laufe der Performance machen die Musiker Gebrauch von einem eher »organischen« Instrumentarium: Arrangements von Klangschalen, Geigenbögen und natürlich auch Statik sprühende Radios, die um Fernandos Hände wirbeln, während er den Raum durchquert. Diese Aspekte von Bewegung und steten Umdrehungen unterscheiden den Auftritt recht deutlich von anderen Performances in diesem Feld, denkt man an die normalerweise fast unbewegliche Haltung der auf ihre Laptops oder Pulte konzentrierten KünstlerInnen. Die Idee der Umdrehung, des Kreisens, spielt eine zentrale Rolle in der Arbeit des Duos: Alles dreht sich! Auch das Schwirrholz in der Hand von Rodrigo, der sich langsam und schneller im Kreise dreht. Darin mag auch eine spirituelle Dimension liegen… zumindest fühlt man sich gelegentlich an die zeremoniellen Tänze der Sufis erinnert.